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Christliches Webverzeichnis   - > Christliche Feiertage und Feste

Diese Seite hält für Sie vielfältige Denkanstöße zu den Themen christliche Feiertage und Feste bereit. Im kirchlichen Jahreslauf und im Leben der Gemeinden spielen christliche Feiertage und Feste eine zentrale Rolle. Besonders prägend sind Ostern, Weihnachten, Karfreitag, Pfingsten und Fronleichnam. Ostern steht im Zeichen von Jesu Auferstehung, Weihnachten gedenkt seiner Geburt und am Karfreitag erinnern sich Christen an sein Leiden und Sterben. Pfingsten markiert die Sendung des Heiligen Geistes und Fronleichnam würdigt die Gegenwart Christi in der Eucharistie. Diese Feiern stärken sowohl Glauben als auch Gemeinschaft. Ob und wie man sie begeht, bleibt letztlich eine persönliche Entscheidung und sollte aus der eigenen Beziehung zu Christus erwachsen.
 

 

 

Christliche Feiertage und Feste

Christliche Feste ziehen sich durchs Jahr und prägen nicht nur den Kirchenkalender, sondern auch das Leben vieler Gemeinden. Sie holen uns Erinnerungen ins Gedächtnis - an Begebenheiten im Leben Jesu, an Hoffnungen, an gemeinsames Glauben und Feiern. Zu den bekanntesten gehören Ostern, Weihnachten, Karfreitag, Pfingsten oder Fronleichnam. Aber wenn wir ehrlich sind: Es geht dabei selten nur um das Offizielle und Liturgische. Diese Tage sind oft voll kleiner Gesten, Geschenke, Gerüche und Lichter, die Freude und Nähe entstehen lassen - eine wunderbare Zeit auch für Inspirationen für christliche Geschenke. Wer kennt nicht das Bild eines duftenden Tannenbaums mit raschelndem Geschenkpapier darunter oder die bunten Körbchen voller Schokolade und Farbe zu Ostern? Auch Sankt Nikolaus hat es mit seinen Nüssen, Äpfeln und Schokonikoläusen geschafft, mitten in der Adventszeit ein warmes, fast kindliches Strahlen hervorzurufen.

Und ja, immer wieder flammt die Frage auf: "Muss ich diese Feste überhaupt feiern?" "Gehört es zum Glauben - oder sind es bloß schöne Rituale, die mittlerweile mehr mit Konsum als mit Christentum zu tun haben?" Das christliche Webverzeichnis ChristWeb.de hat das Ziel, einen umfassenden Einblick in die zentralen Werte des Christentums zu vermitteln. Schaue ich zurück in die Schrift, in das Alte und Neue Testament, merke ich: Da ist die Sache nicht eindeutig. Im Alten Testament sind Feste bindend, sie erinnern das Volk Israel an Gottes Taten und stärken den Glauben. Im Neuen Testament dagegen sagt niemand ausdrücklich: „Feiert Feiertage!“ Aber es gibt eben auch kein Verbot - was schon einiges aussagt. Jesus selbst nahm teil an den Festen seiner Zeit, und er machte klar: Entscheidend ist nicht das äußere Tun, sondern die Haltung im Herzen.

Mit der Zeit passten die ersten Christen vieles an. Sie legten ihre großen Feiern oft auf bestehende Festtage - nicht selten solche mit heidnischem Ursprung - und gaben ihnen eine neue Ausrichtung. Allen voran die Auferstehung Christi, die bald zur Mitte des christlichen Kalenders wurde. So wurden aus Bräuchen, die schon da waren, Feste neuer Sinne - ein wenig wie altes Holz, das man frisch bemalt und plötzlich in neuem Licht betrachtet.
 

Heiligen Drei Könige

Am 6. Januar begehen Christen das Fest der Heiligen Drei Könige. Dabei ist es vielerorts üblich, dass Kinder in königlichen Gewändern in kleinen Gruppen von Haus zu Haus gehen. Als sogenannte Sternsinger bringen sie Lieder oder Segenswünsche dar und beteiligen sich auf diese Weise an einem fest verwurzelten Brauch mit langer Tradition. Auf ihrem Weg sammeln sie Spenden für wohltätige Zwecke - häufig für Hilfsprojekte in ärmeren Ländern. Als Zeichen des Segens für das neue Jahr schreiben sie mit Kreide die Buchstaben „C+M+B“ über oder neben den Hauseingang. Sie stehen für den lateinischen Segenswunsch „Christus mansionem benedicat“, was sinngemäß heißt: „Christus möge dieses Haus segnen.“

Traditionell gibt es bei diesem Fest keine üblichen Geschenke.
 

Maria Lichtmess

Maria Lichtmess wird am 2. Februar gefeiert und bezieht sich auf die Darstellung Jesu im Tempel. Die Kirchen feiern dies mit Kerzenweihen und Lichterprozessionen, um das Licht in die Dunkelheit des Winters zu bringen.

Zu Maria Lichtmess sind keine Geschenke üblich.
 

Aschermittwoch

Nach der feierlichen Zeit des Karnevals beginnt am Aschermittwoch die 40-tägige Fastenzeit (ohne die Sonntage gerechnet). Der Aschermittwoch fällt jeweils 46 Tage vor Ostersonntag, somit liegt er zwischen dem 4. Februar und dem 10. März. Gläubige erhalten ein Aschekreuz auf die Stirn, was Buße symbolisiert. Viele verzichten in dieser Zeit auf bestimmte Speisen oder Gewohnheiten und nehmen an Kreuzwegandachten teil.

Es werden üblicherweise keine Geschenke gemacht.
 

Karfreitag

Der Karfreitag - frühestens 20. März, spätestens 23. April (Freitag vor Ostern) - ist ein Tag der Trauer, an dem die Kreuzigung Jesu gedacht wird. Es ist ein Tag der Stille, des Gebets und des Nachdenkens. In vielen Gemeinden herrscht an diesem Tag Stille und es werden Trauerprozessionen abgehalten. Am Karsamstag werden oft Lebensmittel für das Osterfest geweiht.

  Geschenke sind unüblich.


Ostern

Ostern - (Ostersonntag): frühestens 22. März, spätestens 25. April (erster Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling) - ist das älteste und bedeutendste Fest im Christentum, das die Auferstehung Jesu von den Toten feiert. Durch den Triumph über Tod und Sünde schöpfen Gläubige Zuversicht auf das ewige Leben. Das Fest hat Wurzeln im jüdischen Passahfest und wurde im Jahr 325 auf dem Konzil von Nicäa terminiert. Die Osterzeit nimmt mit dem Gedenken an die Kreuzigung Jesu am Karfreitag ihren Anfang, setzt sich am stillen Karsamstag fort und erreicht ihren Höhepunkt in der Feier der Auferstehung am Ostersonntag. Die Osterkerze symbolisiert den auferstandenen Christus. Am Ostermorgen finden Gottesdienste statt, und ein häufig praktizierter Brauch ist das Ostereiersuchen.

  Während der Osterfeiertage werden gerne bunte Eier, Schokohasen, kleine Spielsachen, süße Naschereien und manchmal Bücher verschenkt - häufig gut versteckt als „Osternest“, das von Kindern gesucht wird. 


Christi Himmelfahrt 

Christi Himmelfahrt - frühestens 30. April, spätestens 3. Juni (39 Tage nach Ostersonntag, immer an einem Donnerstag) - erinnert an den Aufstieg Jesu. Viele Menschen feiern diesen Tag oft als Vatertag oder unternehmen Ausflüge. Pfingsten, 50 Tage nach Ostern, feiert das Herabkommen des Heiligen Geistes und ist als „Geburtstag der Kirche“ bekannt.

  An Christi Himmelfahrt stehen Geschenke eigentlich nicht im Mittelpunkt. In vielen Regionen wird der Tag als Vatertag gefeiert, bei dem sich Männer zu Ausflügen verabreden und sich gelegentlich mit Bier, deftigen Brotzeiten oder kleinen Aufmerksamkeiten beschenken.
 

Pfingsten 

Pfingsten - (Pfingstsonntag): frühestens 10. Mai, spätestens 13. Juni (49 Tage nach Ostern) - markiert die Ausgießung des Heiligen Geistes über die Jünger. Es wird als Geburtstag der Kirche angesehen, da die Jünger befähigt wurden, das Evangelium mutig zu verkünden. Pfingsten ist ein Fest der geistlichen Erneuerung und symbolisiert die Stärke des Heiligen Geistes.

Zu Pfingsten sind keine Geschenke üblich.
 

Fronleichnam

Fronleichnam  - frühestens 21. Mai, spätestens 24. Juni (60 Tage nach Ostern, immer an einem Donnerstag) - ist ein katholisches Fest, das am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert wird und die Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie ehrt. Es wird mit Prozessionen gefeiert und ist ein Ausdruck des Glaubens an die reale Gegenwart Christi.  Das Fest Fronleichnam wird mit farbenprächtigen Prozessionen gefeiert, bei denen das Allerheiligste durch die Straßen getragen wird. Das Erntedankfest im Herbst hat den Zweck, Gottes Dank für die Ernte auszudrücken, wobei Kirchen mit Feldfrüchten geschmückt werden.

  Es gibt keine besondere Geschenke-Tradition.
 

Allerheiligen und Allerseelen

Am 1. November begeht die katholische Kirche Allerheiligen und ehrt damit alle, auch unbekannte, Heilige. An diesem Tag kommen zahlreiche Menschen zusammen, um die Gräber ihrer Verstorbenen zu besuchen und diese liebevoll mit Blumen zu schmücken. Am 2. November, an Allerseelen, gedenkt man aller Verstorbenen. Familien schmücken die Gräber, zünden Kerzen an und beten für ihre Angehörigen, um ihre Verbundenheit und Fürsorge auszudrücken.

Zu Allerheiligen werden traditionell keine Geschenke gemacht.
 

Martinstag

Am 11. November gedenken viele Menschen dem heiligen Martin von Tours. In zahlreichen Städten und Gemeinden ziehen Kinder mit farbenfrohen, selbstgebastelten Laternen bei stimmungsvollen Laternenumzügen durch die Straßen.

Typische Geschenke zum Martinstag sind Martinsbrot, Martinsgänse, Süßigkeiten und Laternen, die das Teilen und die Nächstenliebe symbolisieren.
 

Advent

Der Advent beginnt am ersten Adventssonntag, der zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember liegen kann, und umfasst die vier Sonntage vor Weihnachten als Zeit der Vorbereitung auf die Geburt Christi. Hierbei wird oft ein Adventskranz mit vier Kerzen genutzt, wobei an jedem Sonntag eine Kerze angezündet wird, was das wachsende Licht symbolisiert. Viele feiern adventliche Feste, backen Plätzchen und singen zusammen. In katholischen Regionen finden Rorate- Messen bei Kerzenschein statt, oft gefolgt von einem Gemeinschaftsfrühstück.

Mit dem ersten Advent beginnt die Zeit der Vorfreude, häufig begleitet von Adventskalendern, in denen sich hinter jedem Türchen kleine Überraschungen wie Süßigkeiten oder kleine Geschenke verbergen. Daneben sind auch Gebäck, Kerzen oder schönes Bastelmaterial gern gesehene Gaben zum Auftakt der Weihnachtszeit.
 

Nikolaustag

Am 6. Dezember wird der Nikolaustag gefeiert, der an den Bischof von Myra erinnert. Die Tradition, dass ein Mann in Nikolausgewand Kinder aufsucht und ihnen kleine Gaben überreicht, geht auf Bräuche zurück, die ihren Ursprung im Mittelalter haben. In vielen Regionen gibt es Nikolausumzüge, bei denen Kinder Gedichte vortragen und für ihre Aufführungen belohnt werden. 

Am Nikolaustag freuen sich Kinder über kleine Gaben, die traditionell am Morgen in die frisch geputzten Stiefel gelegt werden: Dazu gehören häufig Schokoladen-Nikoläuse, Nüsse, Mandarinen, Orangen oder Lebkuchen. Auch Kleinigkeiten wie Spielzeug, Bücher, Malsets oder liebevoll gebackene Plätzchen sind beliebte Überraschungen.
 

Weihnachtsfest

Das Weihnachtsfest am 25. Dezember ist eines der bedeutendsten Feste. Weihnachten erinnert an die Geburt Jesu Christi, der als Sohn Gottes gilt. Es symbolisiert die Menschwerdung Gottes und hat seinen Ursprung in den frühchristlichen Gemeinden.  In der Vorweihnachtszeit finden Krippenspiele statt, und der Weihnachtsbaum wird als Zeichen der Hoffnung und des ewigen Lebens geschmückt. Die Bescherung am Heiligen Abend erinnert an die Geschenke der Weisen aus dem Morgenland. Viele Familien kommen zusammen, um gemeinsam zu beten, Weihnachtslieder zu singen und die Geschichte der Geburt Jesu zu lesen. 

Am ersten Weihnachtstag versammeln sich Familien zur Bescherung und beschenken sich gegenseitig. Unter dem Weihnachtsbaum finden sich dann oft Spielsachen, Literatur, Kleidung, technische Geräte, Gutscheine oder individuell ausgewählte Präsente.
 


Die christlichen Feste sind tief in der christlichen Theologie und Geschichte verwurzelt. Christliche Feste sind geprägt von vielfältigen Traditionen und symbolischen Handlungen, die das Miteinander stärken und Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit dem Glauben und den wesentlichen Fragen des Lebens schaffen.

Die bedeutendsten Feste in Kürze:

- Ostern erinnert an den Sieg des Lebens über den Tod.
- Weihnachten feiert die Menschwerdung Gottes.
- Karfreitag mahnt an das Opfer und Leiden Jesu.
- Pfingsten stärkt die Kirche durch den Heiligen Geist.
- Fronleichnam ruft die geistige Gegenwart Christi in der Eucharistie ins Bewusstsein.

Diese Feste verbinden Gläubige über alle Grenzen hinweg in einer gemeinsamen Hoffnung, im Glauben, in der kirchlichen Gemeinschaft und in dem Versprechen von Erlösung und ewigem Leben.



Christliche Feiertage in lebendiger Beziehung zu Gott

In der Bibel liegt der Sinn der christlichen Feiertage und Feste nicht im „Abhaken von Terminen“. Es geht vielmehr ums Erinnern, ums gemeinsame Tragen von Glauben, um Freude und Trauer, die wir zusammen erleben. Feiertage geben Raum für liebevolle Dankbarkeit, manchmal für Hoffnung in dunkleren Stunden, oft auch einfach für das Gefühl, zusammenzugehören. Deshalb sind viele dieser Tage auch weit über die Kirche hinaus in der Gesellschaft verwurzelt geblieben. Sie stiften Identität - oder geben zumindest das Gefühl, dass wir zu etwas Größerem dazugehört.

Interessant ist der offene Spielraum, den das Neue Testament im Umgang mit Festen belässt. Ob jemand sie feiert oder nicht - das sollte am eigenen Glaubensweg hängen. Problematisch wird es da, wo die äußeren Formen wichtiger scheinen als der innere Bezug, wo ein Fest plötzlich zur Gewohnheit ohne Seele wird. Doch selbst wenn ich mich auf Distanz zur Kirche befinde, können Feiertage wie Weihnachten oder Ostern ein Anstoß sein, liebevoll innezuhalten, mich zu freuen und Fragen des Glaubens wieder näher an mich heranzulassen.

Am Ende tragen all diese Tage die Einladung in sich, sie nicht leblos „abzufeiern“, sondern mit Sinn zu füllen. Wer sie aus einer echten Beziehung zu Gott begeht, schöpft daraus neue Kraft. Zugleich können sie Brücken schlagen: zu den biblischen Überlieferungen, zu Geschichten unserer Vorfahren, aber auch mitten hinein ins Heute. Und genau das macht sie lebendig - ob mit einem Weihnachtslicht im Dunkel oder einem einfachen Osterfrühstück im Kreis der Liebsten. 
 

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